Vor einigen Jahren habe ich angefangen, Pringles-Dosen zu sammeln. Nicht weil mir die Chips besonders gut schmecken, sondern weil ich vom aufwändigen Marketing für diesen Snack aus aufgeschäumten Kartoffelpüreepulver beeindruckt war und immer noch bin: Aus einer der billigsten Zutaten macht Diamond Foods (das Unternehmen hat Pringles 2011 für 2,35 Milliarden Dollar von Procter & Gamble übernommen, gehört aber selbst größtenteils zum P&G-Mischkonzern) mithilfe von TV-Werbung, absurden Geschmacksrichtungen, ständig neuem Verpackungsdesign und drei Geschmacksverstärkern (Mononatriumglutamat, Dinatriumguanylat, Dinatriuminosinat) ein globales Milliarden-Dollar-Geschäft. Ich finde, das muss man erstmal anerkennen!
Die immer optimal geformten, stapelbaren Chips wurden laut Wikipedia in den 1950er und 1960er Jahren von den Procter&Gambles-Chemikern Fredric Baur und Alexander Liepa entwickelt. 1964 beginnt die Herstellung, 1968 kommen die ersten Chips auf den Markt, um in wenigen Jahren die USA zu erobern. Heute gibt es Pringles in 45 Geschmakcsrichtungen und in über 100 Ländern. Diamond Foods beschreibt die Übernahme von Pringles in einer Pressemitteilung vom 5. April 2011 so: “Pringles is the world’s largest potato crisp brand with sales in over 140 countries and manufacturing operations in the U.S., Europe and Asia. The global, iconic brand has been built over 45 years with a combination of proprietary products, unique package design and significant advertising investment. Pringles will join Diamond’s dynamic portfolio of brands, which includes Diamond of California and Emerald nuts, Pop Secret microwave popcorn and Kettle Brand potato chips, creating a premium snack-focused company with total revenues of approximately $2.4 billion.”
Mich fasziniert die Pringles-Dose als Sammelobjekt, weil sie sehr häufig und in kurzen Abständen für Marketingaktionen umgestaltet wird. Außerdem finde ich die oft kreativ-absurden Geschmacksrichtungen amüsant, die Pringles auf den Markt bringt.
Hier die jüngsten Bilder meiner über 100 gesammelten Dosen. Die ersten 6 Ziffern der Dateibezeichnung sind Jahr (vierstellig) und Monat (zweistellig) der Mindesthaltbarkeit – fabrikfrische Pringles sind etwa 1,5 Jahre haltbar, also eine ideale Notreserve für den Atombunker -, es folgt die Grammatur (aus der zum Teil auch das Herkunftsland ableitbar ist) und dann die Geschmacksbezeichnung wie auf der Dose angegeben.
Ich kann verschiedene saisonale Themen und Gruppen abgrenzen:
1. Die in Deutschland permanent erhältlichen Grundfomen sind Original (rot), Paprika (gelb), Sour Cream & Onion (hellgrün), Hot & Spicy (schwarz), Texas BBQ (lila) und Cheese & Onion (dunkelgrün).
2. Temporär treten hinzu Ketchup (blau) und Salz & Pfeffer (Schwarz-weiß-Verlauf).
3. Sondergeschmäcker heißen “Xtreme”, sind in dunkelblau-schwarzen Dosen mit einem großen, schrägen Kreuz darauf verpackt. Sie enthalten nur 150 Gramm Chips. Es gibt die Sorten Flamin’ Chili (rotes Kreuz), Smokin’ Ribs (Lila Kreuz), Exploding Cheese & Chili (gelbes Kreuz), Fiery Wasabi (grünes Kreuz), Hot Paprica & Smokey Bacon (orange-gelbes Kreuz) und Spicy Sour Cream & Onion (dunkelgrünes Kreuz).
4. Die Nebenlinie “Rice Infusion” sammle ich nicht und lasse sie hier außer Acht.
5. Neben Sour Cream gibt es immer wieder Käsegeschmacks-Varianten. So habe ich Pringles-Dosen mit den Bezeichnungen Chesse & Onion (2002 und 2006), Macho Nacho Cheese aus der Wild West Limited Editon (2006), Crispy Raclette (2001), Ranch (2006), Cheddar Cheese (2009) und Spring Onion & Feta Flavour aus der World Tour Edition (2005).
6. Regelmäßig gibt es lokal zugeordnete Geschmacksrichtungen. Eine temporär begrenzte Aktion hieß World Tour (MHD 2005-2006), von der ich die Verpackungen Tomato & Mozzarella, Spanish Salsa und Spring Onion & Feta besitze. Eine aktuellere, auf die italienische Küche abzielende Reihe hieß “Mamma Mia – What a Flavour” (MHD 2012) und enthielt u.a. Rosmary & olive oil und Tomato Mozzarella & Basil.
Weitere Fotos folgen…
































