Es ist der 15. Januar 1990, ein diesiger Wintertag. Rostock, Suhl, Gera – fast überall in der DDR werden die Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit von Bürgrechtlern kontrolliert – nur nicht in Berlin. Deshalb hat sich das Neue Forum vorgenommen, heute das Hauptquartier der Stasi an der Normannenstraße zu besetzen und Flugblätter verteilt. Auch Hannelore Köhler hat eins in die Hände bekommen und fährt direkt nach der Arbeit zum U-Bahnhof Magdalenenstraße in Lichtenberg. Mehrere tausend Menschen haben sich schon vor dem großen Metalltor versammelt, hinter dem werktags 40.000 Spitzel daran arbeiten, DDR-Bürger auszuspähen und zu gängeln.
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Berliner Mythen: Die Heimat der Kreiskultur
Andreas Speichert verdankt dem Prater sein Leben. Das war im Sommer 1954, im Biergarten: Der Ausschank ist wie immer dicht umlagert. Hier gibt es das Pils in großen Gläsern, Bockwurst und Buletten, Kuchen und gekochten Kaffee. Beim Schwofen lernen sich Harry und Gitta kennen. Es wird mehr draus, sie heiraten und zehn Jahre später kommt Sohn Andreas zur Welt – in der Oderberger Straße 41, das ist gleich nebenan. Das Amüsier- und Ausflugslokal „Berliner Prater“ ist legendärer Treffpunkt – nicht nur für einsame Herzen. 1837 eröffnet es vor den Toren Berlins. „Hier können Familien Kaffee kochen“ hieß es damals, denn die Gäste bringen die Kaffeebohnen selbst mit und bestellen heißes Wasser dazu. Das Hauptgebäude mit Festsaal und Bühne ist das erste Haus in der Kastanieallee, wo ansonsten nur Felder, Wiesen und Windmühlen sind. Zu DDR-Zeiten wird es Kreiskulturhaus und zum Zentrum des kulturellen Lebens in Prenzlauer Berg. Von hier aus werden sämtliche Jugendclubs, Bühnen und Galerien im Bezirk organisiert. 1987 kehrt Andreas Speichert zurück. Im Erich-Franz-Club fragt ihn jemand, ob er im Prater als Techniker arbeiten will. Beim Einstellungsgespräch stellt man ihm zwei Fragen: „Sind sie Alkoholiker?“ und „Haben sie einen Ausreiseantrag gestellt?“ Speichert kann beides verneinen, ist außerdem Mitglied der SED und bekommt den Job. Im Saal gibt es jeden Tag eine andere Veranstaltung: Von der Kombinatsfeier, über Ausstellungen der Eisenbahn- oder Aquarienfreunde und Tanztee bis zum Rockkonzert. „Der Prater war nicht der Ort, wo die Revolution geplant wurde“, sagt Speichert, „aber die Bands hatten mehr Freiheiten.“ Wenn es mal ein Auftrittsverbot gibt, meldet sich die Gruppe unter neuem Namen wieder an. Nebenbei wird „gemuckt“, in Bands gespielt oder Musik aufgelegt. Sie kommen alle gut miteinander aus: die Punker, die Langhaarigen mit den Lewis-Jeans, die Blues’er. „Wir sind von Konzert zu Konzert gezogen“, sagt Speichert, „es gab Mädchen, nicht zu viel Stress mit der Arbeit, das war meine schönste Zeit.“ Nach der Wende wird das Kulturhaus für 3,2 Mio. Westmark in eine Investruine verwandelt: Der Haupteingang zur Kastanienallee wird zugemauert, Elektroleitungen und Heizungsrohre kreuz und quer verlegt. Am Ende hängt ein Heizkörper außen an der Fassade. Als die Volksbühne 1994 den Prater zur Spielstätte macht, gibt es keinen Brandschutz, keine Türen, keine Toiletten. Während Castorfs ersten Proben kurven Maurer mit der Schubkarre durch den Saal. Die Bühne ist gesperrt, weil der „Eiserne Vorhang“ – der Feuerschutz – wie eine Guillotine herabsausen könnte. „Es ist gut, dass es den Prater noch gibt“, sagt Speichert. Denn während rund herum saniert ist und schwäbische Studenten einziehen, bleibt der Prater mit seinem maroden Charme für ihn ein Stück Kiez. Und im Biergarten, da trifft sich noch immer alles, vom Urberliner bis zum Touristen. Wie vor 170 Jahren… Oliver Numrich
Berliner Mythen: Die Heimat der DDR-Oppositionellen
„Gor-bi, Gor-bi!“ und „Kei-ne Gewalt!“ skandieren nervöse Teilnehmer der Spontan-Demo an der Weltzeituhr. Vereinzelt dringend die Rufe bis zur Karl-Marx-Allee, wo sich zur selben Zeit die Chefetage der SED an einer Militärparade zum 40-jährigen Bestehen der Republik erfreut. Doch die Zahl der Demonstranten an diesem 7. Oktober 1989 steigt unaufhörlich: Tausende treten aus ihren geheimen Zirkeln und subversiven Winkeln heraus und zeigen öffentlich, dass sie unzufrieden sind mit ihrer DDR. Am Nachmittag schlägt das Imperium zurück: Die Protestierer werden aus dem Stadtzentrum gedrängt, flüchten die Schönhauser Allee hinauf, Richtung Gethsemanekirche. Seit den 80er Jahren sind die Kirchen im Ostteil der Stadt Treffpunkte der Aufsässigen, oft der einzige Ort, an dem sich Friedens- und Umweltaktivisten überhaupt versammeln können. Allen voran die Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg, die Kaiser Wilhelm II 1893 noch zum Bollwerk gegen aufkommende atheistische und sozialistische Bewegungen geweiht hatte. In diesen unruhigen Oktobertagen diskutieren hier bis zu 3.000 Menschen und beten dafür, dass die Mächtigen sich dem Wunsch nach demokratischer Umgestaltung nicht länger verschließen. Bürgerbewegte wie Marianne Birthler koordinieren vom einzigen Telefon der Kirchengemeinde aus den landesweiten Widerstand und nehmen Vermisstenmeldungen auf. Höhepunkt des Protests ist eine Mahnwache für inhaftierte Systemkritiker, die der Weißenseer Friedenskreis durchführen will. Er stellt die Kirchenleitung vor die Wahl: Entweder ihr gebt uns die Kirche freiwillig oder wir besetzen. Es ist die Feuertaufe für Dieter Wendland (Foto), frisch gewähltes Mitglied des Gemeindekirchenrats: „Wir mussten als Hausherren überlegen, was das für unsere Sicherheit bedeutet.“ Doch nach kurzer Beratung sind sich alle zwölf Vorstandsmitglieder einig. „Wir haben einstimmig beschlossen, dass wir sie reinlassen“, erinnert sich Wendland und kämpft 17 Jahre danach wieder mit der Fassung: „Es bewegt einen noch immer…“ Über Nacht wird die Gethsemanekirche vollends zu einem rebellischen Gotteshaus: Für kurze Zeit hängt ein Transparent „Mahnwache für die zu unrecht Inhaftierten“ über dem Eingangsportal, bevor es nach Drohungen der Staatsgewalt gegen „Wachet und Betet“ ausgetauscht wird. „Wir hatten kein politisches Programm, wussten nicht wie das weitergehen sollte“, sagt Wendland, „aber diese Politik betraf auch uns und wir waren dagegen, dass Menschen zu Unrecht interniert werden.“ Die Volkspolizei riegelt die Kirche ab, lässt keinen mehr rein oder raus. „Wir haben das natürlich als Belagerungszustand empfunden“, erinnert sich Wendland. Die Verhandlungen mit der Abteilung Inneres führen zu keinem Ergebnis, so dass bereits Dutzende Menschen in der Kirche campieren, als der Protestzug vom Alexanderplatz dazuströmt. Die Leute wollen aber nicht in die Kirche, sondern auf der Straße bleiben und dort protestieren, woraufhin es vor der Kirche und im ganzen Bezirk zu Tumulten kommt. „Wir waren keine Helden“, wiegelt Wendland ab, „so sehen wir uns nicht. Wir haben einfach gemacht, was unser Gewissen uns gesagt hat.“ Binnen Monatsfrist gelingt es den friedlichen Revolutionären, die greisen Diktatoren aus ihren Ämtern zu jagen. Oliver Numrich
Berliner Mythen: Die Heimat der Ost-Punks
Genosse Erich Honecker befindet sich auf Staatsbesuch in Indien, als sich das Leben der dreizehnjährigen Silke einschneidend verändert. In ihrem Kinderzimmer in Berlin-Weißensee stößt sie beim Durchblättern der „Bravo“ auf die Frisur, die sie schon immer haben wollte: Eine zottelige Punk-Variante mit Haaren, die zu allen Seiten abstehen. Kurz entschlossen färbt sich der Teenager die Haare mit Wasserfarben und nimmt Seife, um sie abstehen zu lassen. Ihr Outfit näht sie aus Kinderzimmergardinen, denn bunt gemusterte Stoffe sind Mangelware in der DDR. Von nun an nennt sie sich Cat und fährt im Sommer 1980 das erste Mal nach Treptow zum Kulturpark, wo sich die Ostpunks treffen. Der Kulturpark ist das Disneyland der DDR, das Tivoli des Ostens. Er wurde zum 20. Jahrestag der Volksrepublik eröffnet und bietet den Bürgern der DDR seitdem kurzweilige Vergnügungen aller Art: Karussells, Riesenrad, Geisterbahn, Open-Air-Bühne und sogar eine Westernstadt mit Cowboys. Die Punks schnorren schon an der S-Bahn, lungern vor dem Eingang und sammeln sich vor der Parkbühne. Der Neuling bleibt nicht lange abseits stehen, denn Punk-Mädchen sind selten. „Ich hatte ein Stirnband um und ein Punk sagte mir, dass er dit nich so cool fand“, erinnert sich Cat. Von nun wird jeder Sonnabend heiß erwartet, dann sind Chaostage im Plänterwald angesagt. In den Jugendclubs sind die Schmuddelkinder unerwünscht, auf der Straße werden sie begafft und von Volkspolizisten schikaniert, nur im Kulturpark werden sie in Ruhe gelassen. Hier duldet sie der Apparat, um den Überblick zu behalten. Hierher kommen alle: die vom Alex, die aus Köpenick, die Nobelpunks, die, die Musik machen, und die, die vor allem auf Alkohol stehn. Nachmittags trudeln sie ein, später ziehn sie in Gruppen von 20 bis 50 Leuten durch die ganze Stadt. „Das war toll, wenn ich aus dem pupigem Weißensee hochgestylt los bin“, sagt Cat, „die Ausstrahlung zu haben und die Blicke.“ In der Gruppe fühlt sie sich sicher und stark. Doch Honnis Schergen begleiten die Punks auf allen Ausflügen – schließlich ist der Prollo-Diktatur jeder suspekt, der aus dem Trott ausbricht. „Obwohl die Vopos immer mitgelaufen sind, litten wir nicht ständig unter Angst, wir haben uns auch gut gefühlt, weil wir einen Schritt weiter waren.“ Aber ein Punk in der DDR riskiert eine Menge: Viele wanderten wegen Kleinigkeiten in den Knast, wurden in die Armee oder zur Ausreise in den Westen gezwungen. „Samthandschuhe ausziehen!“, hatte Mielke seinen Leuten befohlen. „Man kann das nicht vergleichen mit heutigen Punks, sagt Cat, die mittlerweile als Sozialpädagogin in Kreuzberg arbeitet, „wir waren Vorreiter für was anderes, was Neues.“ Das Neue brachte unter anderem die Wende und einen Investor für den Kulturpark. 2001 hat dieser den in „Spreepark Plänterwald“ umbenannten Freizeitpark erfolgreich ruiniert und sich nach Peru abgesetzt. Bis heute liegt das Gelände am Spreeufer brach, nur in der Westernstadt leben noch ein paar Mitarbeiter, die früher die Cowboys waren. Oliver Numrich
Berliner Mythen: Die Heimat der Kreiskultur in Prenzlauer Berg
Andreas Speichert verdankt dem Prater sein Leben. Das war im Sommer 1954, im Biergarten: Der Ausschank ist wie immer dicht umlagert. Hier gibt es das Pils in großen Gläsern, Bockwurst und Buletten, Kuchen und gekochten Kaffee. Beim Schwofen lernen sich Harry und Gitta kennen. Es wird mehr draus, sie heiraten und zehn Jahre später kommt Sohn Andreas zur Welt – in der Oderberger Straße 41, das ist gleich nebenan. Das Amüsier- und Ausflugslokal „Berliner Prater“ ist legendärer Treffpunkt – nicht nur für einsame Herzen. 1837 eröffnet es vor den Toren Berlins. „Hier können Familien Kaffee kochen“ hieß es damals, denn die Gäste bringen die Kaffeebohnen selbst mit und bestellen heißes Wasser dazu. Das Hauptgebäude mit Festsaal und Bühne ist das erste Haus in der Kastanieallee, wo ansonsten nur Felder, Wiesen und Windmühlen sind. Zu DDR-Zeiten wird es Kreiskulturhaus und zum Zentrum des kulturellen Lebens in Prenzlauer Berg. Von hier aus werden sämtliche Jugendclubs, Bühnen und Galerien im Bezirk organisiert. 1987 kehrt Andreas Speichert zurück. Im Erich-Franz-Club fragt ihn jemand, ob er im Prater als Techniker arbeiten will. Beim Einstellungsgespräch stellt man ihm zwei Fragen: „Sind sie Alkoholiker?“ und „Haben sie einen Ausreiseantrag gestellt?“ Speichert kann beides verneinen, ist außerdem Mitglied der SED und bekommt den Job. Im Saal gibt es jeden Tag eine andere Veranstaltung: Von der Kombinatsfeier, über Ausstellungen der Eisenbahn- oder Aquarienfreunde und Tanztee bis zum Rockkonzert. „Der Prater war nicht der Ort, wo die Revolution geplant wurde“, sagt Speichert, „aber die Bands hatten mehr Freiheiten.“ Wenn es mal ein Auftrittsverbot gibt, meldet sich die Gruppe unter neuem Namen wieder an. Nebenbei wird „gemuckt“, in Bands gespielt oder Musik aufgelegt. Sie kommen alle gut miteinander aus: die Punker, die Langhaarigen mit den Lewis-Jeans, die Blues’er. „Wir sind von Konzert zu Konzert gezogen“, sagt Speichert, „es gab Mädchen, nicht zu viel Stress mit der Arbeit, das war meine schönste Zeit.“ Nach der Wende wird das Kulturhaus für 3,2 Mio. Westmark in eine Investruine verwandelt: Der Haupteingang zur Kastanienallee wird zugemauert, Elektroleitungen und Heizungsrohre kreuz und quer verlegt. Am Ende hängt ein Heizkörper außen an der Fassade. Als die Volksbühne 1994 den Prater zur Spielstätte macht, gibt es keinen Brandschutz, keine Türen, keine Toiletten. Während Castorfs ersten Proben kurven Maurer mit der Schubkarre durch den Saal. Die Bühne ist gesperrt, weil der „Eiserne Vorhang“ – der Feuerschutz – wie eine Guillotine herabsausen könnte. „Es ist gut, dass es den Prater noch gibt“, sagt Speichert. Denn während rund herum saniert ist und schwäbische Studenten einziehen, bleibt der Prater mit seinem maroden Charme für ihn ein Stück Kiez. Und im Biergarten, da trifft sich noch immer alles, vom Urberliner bis zum Touristen. Wie vor 170 Jahren… Oliver Numrich
Berliner Mythen: Die Heimat der Spione
Ein Staubsauger der Marke Hoover, eine Klimaanlage und modernste Fernmeldetechnik aus den USA: Bauer Noack staunt nicht schlecht, als er am 22. April 1956 in das Loch am Rande seiner Obstplantage im Ostberliner Bezirk Altglienicke guckt. Ein Freund hatte ihn angerufen: „Sag mal, Paul, lässt du dir den Keller von der Armee ausheben?“ Sicher nicht – Paul Noack wusste bis dahin nicht, dass eine der spektakulärsten Spionage-Aktionen der Geschichte auf seinem Grundstück stattfindet. Der CIA und dessen britisches Pendant SIS haben einen 450 Meter langen Tunnel vom Westberliner Ortteils Rudow unter der Sektorengrenze hindurch nach Altglienicke gegraben. Der Geheimgang führt unter Noacks Bäumen hindurch zur Schönefelder Chaussee, neben der sämtliche Fernsprecher- und Telegraphenleitungen von Berlin-Karlshorst nach Moskau verlaufen. „Stopwatch/Gold“ heißt die Operation, die fast sieben Millionen Dollar verschlingt und weltweit für Schlagzeilen sorgen sollte. Zwei Jahre vor seiner Aufdeckung wird mit dem Bau des geheimen Tunnels gen Osten begonnen. Zur gleichen Zeit pflanzt Paul Noack wenige hundert Meter weiter östlich 1.600 Bäume: Äpfel, Pflaumen, Birnen und Kirschen will er hier mal ernten. „Wir hatten da noch nicht auf der Plantage gewohnt“, erzählt Dagmar Feick, Tochter von Bauer Noack und damals zwölf Jahre alt. Der Tunnel nimmt zwar 1955 seine Arbeit auf, doch bevor Top-Geheimnisse aus der SBZ über die Telefonleitungen ausgetauscht werden, verrät Doppelagent George Blake das Projekt an die Russen. Am Morgen des 22. April 1956 lassen die alles auffliegen. Das Gelände wird militärisches Sperrgebiet, hohe Militärs und DDR-Nomenklatura werden nach Alt-Glienicke chauffiert und in den Tunnel geführt. Später wird eine Treppe angelegt, der Tunnel zur öffentlichen Besichtigung freigegeben. „Die haben eine Propaganda-Aktion daraus gemacht“, sagt Dagmar Feick. Nach den Militärs werden Journalisten durchgeschleust und dann jeder, der will: „Das ging den ganzen Sommer so: komplette Brigaden kamen zum Tunnelgucken auf unsere Plantage.“ Als schließlich der Tunnel entfernt und der Boden dazu großräumig aufgebaggert wird, ist fast die Hälfte der Obstplantage zerstört und eine Entschädigung von keiner Stelle zu bekommen. „Der Tunnel hat unsere Lebensplanung damals vollkommen durcheinander gebracht“, klagt das Spionage-Opfer, der Hausbau verzögerte sich um mehrere Jahre. Als 1961 hier die Mauer gebaut wird, geht wieder Ackerland auf einer Tiefe von 100 Metern verloren. Schließlich gibt die Familie auf, verkauft das Grundstück. Letzten Herbst hat Dagmar Feick nach langer Zeit mal wieder das Grundstück besucht, neben dem jetzt die Autobahn nach Schönefeld gebaut wird. Ein paar der alten Bäume stehen noch immer. Sie hat einige Äpfel gepflückt und einen Kuchen daraus gebacken. „Den gab es zum Familienkaffee“, erzählt sie, „von den Bäumen, die mein Vater vor rund 50 Jahren über dem Spionagetunnel gepflanzt hatte.“ Oliver Numrich










