Artikel verschlagwortet mit Musical

Das Musical gegen Proposition 8 (Volksbegehren zur Abschaffung der Homo-Ehe in Kalifornien)

Der Hollywood-Schauspieler Jack Black hat ein großartiges Musical inszeniert, das zeigt, wie willkürlich die  Bibel von  Konservativen ausgelegt wird und dass die Homo-Ehe die Weltwirtschaft retten kann.

Jack Black as Jesus

Jack Black as Jesus

Kommentar schreiben

Komm zu Daddy: Ein Musical von Frank Farian

Daddy Cool ist quasi die deutsche Antwort auf Mamma Mia. So wie dort sämtliche Welthits von Abba zu einer Geschichte verdichtet wurden, macht es Produzent Frank Farian mit seinen Erfolgsstücken von Boney M bis Milli Vanilli. Schon vom Ostbahnhof sieht man das monumentale Zeltlager auf dem Gelände der künftigen Anschütz-Arena: Hinter einer Schlossfassadenkulisse ragt ein blaues Hauptzelt 23 Meter in den Himmel, in drei Vorzelten sind Bars und Shops, Disko und Restaurant untergebracht. Alles, wie man es kennt und erwartet. Es dauert lange, bis alle 2.000 Zuschauer die Ränge erstiegen und es sich auf ihren „Komfort-Sitzen“ bequem gemacht haben. Gleich nach der Ouvertüre die erste Überraschung: Anders als bei Musicalproduktionen üblich, ist die Show komplett auf Englisch. Nicht nur die Lieder, auch die Szenen. Die Handlung ist die der West Side Story: Zwei Gangs konkurrieren, ein Liebespaar steht zwischen den Fronten. Jets und Sharks sind jetzt Blades und Subsonic Crew. Dessen Anführer heißt Sunny und liefert sich Rapp-Battles mit seinem Gegner Benny. Benny wiederum ist zugleich der Halbbruder von Sunnys Geliebter, Rose, Roses’ Mutter keine geringere als Ma Baker, eine Domina á la Gabriele Pauli, die den Ma Baker Klub betreibt und so weiter. Die Story kann man getrost vergessen. Sie ist nur ein schwülstiger Rahmen für die weiten Zeit- und Raumsprünge zwischen den Siebzigern und den Neunzigern, zwischen Afrika und Europa, zwischen den verschiedenen Stilen, derer Farian sich beim Komponieren bedient. Doch seine Musik wiegt alles auf: die lasche Handlung, die faden Gags (unverzeihlich: der Tuntenklamauk), die Stadion-Atmosphäre in „Europas größtem freitragenden Theater“. Wer seinen lässigen Discosound hört, der muss einfach mitwippen, mitklatschen, mittanzen. Auch wenn das deutsche Publikum etwas länger braucht, um sich vom Komfortsitz los zu reißen – am Ende feiern doch alle mit! Farians Songs wurden für Daddy Cool teilweise remixt, unter anderem von Mousse T., ohne dass sie ihren Ohrwurmcharakter verloren haben und das Ensemble singt und tanzt sie mit Power und Hingabe. Die Show bietet alles, was man braucht, um einen seichten, beschwingten Abend zu erleben. Oliver Numrich

Kommentar schreiben

Tanz der Vampire: Mitreißende Darsteller, anämische Story

Trotz der gewaltigen Marketing-Maschinerie, mit der „Tanz der Vampire“ in Berlin anlief, ist Polanskis opulent ausgestattetes Pop-Musical durchaus sehenswert. Das liegt vor allem an den engagierten Darstellern, die mit scheinbar unbegrenzter Energie spielen, singen und tanzen. Im Ensemble finden sich bewährte Musical-Größen wie Thomas Borchert als nihilistischer Graf Krolock oder Ulrich Wiggers, der den jüdischen Gastwirt Chagal gibt, aber auch Newcomer wie Superstar-Mädchenschwarm Alexander Klaws als verschreckter Assistent Alfred und Lucie Scherer, die als fragil-nymphomane Vampir-Muse Sarah das Mitgefühl der Zuschauer erregt. Wer den Film kennt, muss keine Überraschungen fürchten – überhaupt sind die gruseligsten Momente jene, da die Vampire ins Publikum stürzen und es einzubeziehen drohen. Oliver Numrich

Kommentar schreiben