Artikel verschlagwortet mit Schule

Der Wahnsinn geht in die letzte Runde: Die Medienelite kämpft pro Reli

Jauch als die neue Jean d’Arc: „Freiheit oder Ethik!“

Es würde keinen wundern, wenn die Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin zunimmt, angesichts der vielen Großplakate auf den Grünstreifen, die Autofahrern die Sicht nehmen. Der Kampf der Kirchenfürsten gegen das Unterrichtsfach Ethik geht wenige Wochen vor der Abstimmung in die nächste, alles entscheidende Runde.  Man fragt sich, wo sie das Geld für Plakate und Radiowerbung hernehmen, das doch eigentlich karikativen Zwecke zugehen sollte, anstatt es für diesen politischen Schattenkampf zu verballern. Neue Matadore sind hin zu gekommen. Es sind dieselben, die immer ihr Wort erheben, wenn es um die „alten deutschen Tugenden“ geht, also darum, dass man pünktlich ist und ein guter Christ und ab und an sein Kind schlagen darf. Sekundärtugenden werden die manchmal genannt, aber dafür schämen muss sich einer wie Günther Jauch nicht. Hat er doch mit der normalen Welt offenbar ohnehin keinen Kontakt mehr. Nachdem die Berliner Kirchenfürsten die Verfassungsklage gegen das Fach Ethik verloren haben, machen sie jetzt auf Graswurzelrevolution und rufen zum Volksentscheid. Auf dem Großplakat mit Günther Jauch steht „Für die Freiheit“ – Jauch als die neue Jeanne d’Arc? Zusammen mit Gott für die Freiheit? Wie müssen sich Wowereit und seine Regierung fühlen, mit so einem Quatsch konfrontiert zu werden? Sind die Bürger wirklich so doof, diese Sprüche zu glauben? Freiheit oder Ethik? Muss man noch erklären, dass die Freiheit, Religion als Zusatzfach zu wählen, schon heute jedem Schüler gegeben ist? Muss man noch erwähnen, dass es nur um die Freheit geht, Ethik, das verhasste Fach, in dem Kinder und Jugendliche verschiedener Religionen gemeinsam über Werte und Glauben sprechen, abwählen zu können? Wie mies ist das,  sich so eine Lügenkampagne auszudenken? Wie mies ist das, dafür sein Gesicht herzugeben, wenn die eigenen Kinder längst auf private Elite-Schulen geschickt werden? Zum Glück ist der Mummenschanz in spätestens zwei Wochen erledigt.

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Volksbegehren? Kirchen kämpfen für Mitgliedergewinnung an Schulen

Seit ich in Berlin in der evangelischen Kirche bin, habe ich niemals irgendetwas von ihr gehört und auch nichts von ihr gewollt. Ich weiß nur, dass meine Heiligkreuz-Gemeinde sich um Obdachlose kümmert und das finde ich gut. Heute erhielt ich wegen des grässlichen und falschen Kampfes um die religiöse Beeinflussung von Schulkindern von Bischof Wolfgang „Homestory“ Huber, ein Schreiben, in dem er um Unterstützung für das Volksbegehren „Pro Reli“ bittet. Huber stichelt immer wieder gegen meine Lebensweise als Homosexueller und unterstützt Menschen wie den ultrakonservativen Kirchenmann Ulrich Parzany und missionierende evangelikale Splittergruppen, die Homosexuelle „heilen“ wollen (taz-Artikel dazu). Warum muss der Chef der evangelischen Kirche in Deutschland, in deren Reihen so viele engagierte, kluge Pastorinnen und Pastoren und Mitarbeitende tätig sind, Speerspitze der Reaktion sein? Warum habe ich von „meiner“ Kirche noch nie einen Gemeindebrief oder Post für eine Kampagne gegen Armut oder gegen die Diskriminierung von Minderheiten bekommen, aber für ein derartig prononciertes politisches Anliegen?! Der Staat, das ist meine tiefste Überzeugung, muss säkular sein, egal ob in Berlin, in Istanbul, Washington oder Teheran. Er soll sich gefälligst aus Glaubens- und Weltanschauungsfragen heraus halten oder wenigstens neutral verhalten. Alle Schulkinder sollen am gemeinsamen Ethikunterricht teilnehmen. Darüber hinaus, in der Freizeit, können sie machen, was sie wollen. Mitgliederwerber von Religionsgemeinschaften, Drogendealer und sonstige Geistesvernebler sollten keinen Zutritt zu Schulhöfen haben. Auch wenn sie gerade in Berlin – wo ein Großteil der Bevölkerung konfessionslos lebt – gerne den Zugang zu Schulen nutzen würden, um neue Jünger anzuwerben… Den Rest des Beitrags lesen »

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Sechs Sachsen auf einen Streich: Gemeinsam vom Schul- zum Rettungssanitäter

In der Schule läuft das normalerweise so: Die Lehrer erklären, wie die Welt funktioniert, und die Schüler lernen das – oder auch nicht. Im Gymnasium von Marienberg im Erzgebirge war es kürzlich genau umgekehrt: Die Schüler zeigten dem Kollegium, wie Erste Hilfe geht. Seit drei Jahren wird der Sanitätsdienst am Marienberger Gymnasium von den Schülern sichergestellt und die haben kürzlich ihren ersten Ferientag geopfert, um die jährliche Pflichtfortbildung des Lehrkörpers in Erster Hilfe höchstpersönlich zu übernehmen.

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Berliner Mythen: Die Heimat der Ökopioniere

Noch studiert Hannes Niemer Economics an der Berliner FU, obwohl er Kapitalismus nicht für „so eine super Sache“ hält. Wenn er damit fertig ist, wünscht er sich ein Einfamilienhaus im Grünen, mit Frau und Kindern. Und einen Job mit geregelten Arbeitszeiten, „einfach weil ich sonst morgens nicht hochkomme“, gesteht Hannes. Dabei haben seine Eltern ihn immer vor so einem Leben gewarnt. Mutter Sigrid und Papa Juppi mussten vor 27 Jahren erst das alte UFA-Gelände in Tempelhof besetzen, um aus ihrem bürgerlichen Leben ausbrechen zu können.

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