Artikel verschlagwortet mit schwul

Berühmte Nachbarn: In der Zossener Straße war Christopher Isherwood zu Gast

Unweit meiner Wohnung, in der Zossener Straße 7, steht ein graues, verfallenes Gebäude, in dem Christopher Isherwood – der Autor von „Good-bye, Berlin“ (das später unter dem Titel „Cabaret“ mit Liza Minelli in der Hauptrolle verfilmt wurde) – einige Male Gast war. Hier befand sich in den 1920er Jahren eine schwule Absteige mit dem Namen „Cosy Corner“. Der Journalist Axel Schock schreibt am 10. Februar 2005 in der Berliner Zeitung: „Seine Stammkneipe wird das „Cosy Corner“ in der Zossener Straße 7. Ein kleiner Laden, Hochparterre, alles andere als elegant. Hier braucht man keinen Smoking und auch keine gut gefüllte Geldbörse, um Einlass zu bekommen und Spaß zu haben. Und zudem trifft sich hier, was Isherwood wesentlich erotischer fand: bodenständige Arbeiterjungs. Wo man sich seinerzeit klassenübergreifend beim Bier näher kam, ist heute eine Zahnarztpraxis untergebracht.“ Der ganze Artikel findet sich hier. Isherwood selbst beschreibt den Laden in seiner Autobiografie „Christopher und die Seinen“ so:  „Der einzige Wandschmuck bestand aus ein paar Boxer- und Radrennfahrerfotos über der Bar, und geheizt wurde mit einem altmodischen alten Ofen. Teils wegen der Hitze, teils weil sie wussten, dass es ihre Kundschaft erregte, zogen die Jungs ihre Pullover oder Lederjacken aus und saßen aufgeknöpft bis zum Bauchnabel und mit bis zu den Schultern hochgekrempelten Ärmeln herum. (…) Ihre Grundhaltung bestand in einem fast gleichgültigen ‚Nimm mich oder verschwinde‘, und obwohl sie hauptsächlich wegen des Geldes in die Bar kamen, konnten sie in diesem Lokal doch auch andere Jungen treffen, plaudern und Karten spielen.“

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Superstargewinner und Bohlen-Intimus Mark Medlock

Oliver Numrich: Demnächst erscheint Dein erstes Album. Was ist da drauf?
Mark Medlock: Demnächst? Am 15. Juni, Mann, ich freu mich voll. Da sind Soulballaden drauf, Tanzmusik, Mark Medlock pur.

Oliver Numrich: Hast Du auch eigene Stücke beigesteuert?
Mark Medlock: Ne, das hat alles hat der Dieter produziert. Bei mir dauert das noch ein bisschen. Im Moment lebe ich wie eine Prinzessin, ich lasse den Dieter die Arbeit machen.

Oliver Numrich: Du bist gerade erst nach Berlin gezogen und jetzt habe ich gelesen, Du wirst Berlin schon wieder verlassen, stimmt das? Warum?
Mark Medlock: Ja, Mark wird Berlin verlassen. Weil das ein gewagter Schritt war, hierher zuziehen. Ich brauche einfach die Nähe zu meiner Familie und deshalb ziehe ich jetzt nach Köln. Ich habe zwei kleine Neffen, die sind auch nicht so alt, wenn mit denne was nicht stimmt, ist es immer gut, wenn der Onkel nur zwei Stunden entfernt ist.

Oliver Numrich: Wird man Dich trotzdem hin und wieder in Berlin sehen?
Mark Medlock: Ich behalte die Wohnung erstmal bis August, krieg die gesponsert.

Oliver Numrich: Gehst Du auch mal raus?
Mark Medlock: Ja, ich habe auch mal Zeit, wegzugehen. Ich war gestern mit Freunden draußen, aber nur für ne Stunde, einen Kaffee trinken.

Oliver Numrich: Trifft man Dich auch in der Szene?
Ne, ich gehe leider nicht in die schwule Szene. Ich fühle mich da unwohl, jeder soll sein Ding leben, wie er will, aber ich fühle mich wohler im Mischmasch.

Oliver Numrich: Bist Du im Moment eigentlich noch zu haben?
Mark Medlock: Ich bin Single, aber ich bin nicht zu vergeben, ich bin ja kein Freiwild. Ich mach mein Ding.

Oliver Numrich: Wo gehst Du hin, um zu Flirten?
Mark Medlock: Flirten tu ich immer, das tut doch jeder Mensch. Aber wenn ich auf der Straße gehe, dann sind da meine Fans, ey, die haben mich auserwählt, die wollen mich halt alle sehen und kennen lernen.

Oliver Numrich: Und wenn da mal einer dabei ist, der Dir gefällt, nimmst Du dann Kontakt auf?
Mark Medlock: Mit Fans nicht, nie, das ist ein absolut großes No-no-no.

Oliver Numrich: Auf was für Typen stehst Du? Blond oder Dunkel?
Mark Medlock: Rot.

Oliver Numrich: Sehen wir Dich auf dem Berliner CSD?
Mark Medlock: Es kann sein. Kann aber auch sein, dass ihr auf mich verzichten müsst, weil ich einen Gig habe. Ich bin doch ständig am Rumreisen. Mal sehen.

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Berliner Mythen: Die Heimat der promisken Schwulen

Die beiden Männer könnten verschiedener nicht sein: der ältere von beiden im Anzug, mit Krawatte und Aktentasche, der jüngere in Jeans und aufgeknöpftem Hemd. Es ist kurz nach Büroschluss, als sich die beiden auf der öffentlichen Toilette am Großen Stern begegnen. Sie sprechen kein Wort, ein paar verstohlene Blicke am Eingang, einige deutliche Gesten am Pissoir reichen zur Verständigung. Dann verschwinden sie zusammen in einer der Kabinen.

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